ausgebloggt ... (27. Juli)

Hui, ich habe diesen Blog wieder mal mächtig vernachlässigt. Es gibt einfach irgendwie nichts mehr zu sagen ... ich schreibe ja regelmässig den Projektblog, und sonst, böh ... ich möchte mich nicht unbedingt zu den Leuten zählen, die unbedingt ihr persönliches Leben im Internet breitschlagen müssen. Dieser Blog wurde im Grunde genommen auch nur aufgesetzt, um euch über meine/unsere Afrikareise auf dem laufenden zu halten und unsere Abenteuer aus fernen Ländern zu berichten. Aber unterdessen habe ich mich niedergelassen, und es gibt nichts mehr zu bloggen. Ich glaube, ich werde diesen Blog hier schliessen. Alle die sich für unser Projekt in Südafrika interessieren, bitte lest den Projektblog: www.sobonana.blogspot.com. Und für alle andern bin ich wieder per e-mail oder Facebook erreichbar, und jetzt müsst ihr halt wieder ein Mail schreiben wenn ihr News von mir wollt, ätsch. 

Nochmal für die, die es verpasst haben: ich werde von Anfang November bis Mitte Januar in der Schweiz zu besuch sein, und hoffentlich kann ich so viele von euch wie möglich treffen! Und für die geplanten Projektvorträge schick ich euch ein Einladungs-E-Mail.

Und so melde ich mich ab aus der persönlichen Blogger-Welt ... und tschüss und weg. :-)  


verwindet (26. Juni)

Vor drei Tagen hat der Winter Einzug gehalten - mit Sturmböen. Seit drei Tagen - und Nächten! - fegt unablässlich der Wind über die Hügel. An der Lodge zu arbeiten ist unmöglich - alles was nicht niet- und nagelfest ist fliegt einem um die Ohren. Schlafen ist unmöglich - unser Plastikkdach flattert in einem Saulärm, und jedesmal wenn es wieder auf die Bambusbalken klatscht, macht es ein Geräusch wie eine schallende Ohrfeige, und ich schnelle aus dem Bett, mit weit aufgerissenen Augen und klopfendem Herzen, nur um zu realiseren dass es nur der Wind war. Seit drei Tagen krieche ich jede Nacht mit meinem Schlafsack ins Wohnzimmer runter - das ist ein bisschen solider gebaut als das Schlafzimmer, Erdgeschoss anstatt 1. Stock (oder müsste ich sagen, 1. Ast?), und das Dach ist etwas solider und hat bereits ein paar Palmblätter drauf, und flattert daher weniger geräuschvoll. Zusammen mit dem Wind kam der Temperatursturz, es ist auf einmal empfindlich kühl geworden, so um die 10 Grad rum, Nachts etwas kühler. Aber ich glaube, es sollte kaum kälter werden als ca. 5 Grad hier, also werden wir kein Problem haben mit Schlafen im offenen Baumhaus. Ich erinnere mich an die Kanadier, bei den Hamidou und ich in Ghana übernachtet haben - draussen 40 Grad düppige Tropenhitze, und im Haus drinnen eisige 18 Grad. Sie haben Kanada nach Ghana transportiert, und uns erklärt, dass sie am besten Schlafen bei 2 Grad Raumtemperatur. 2 Grad!!! Wenn die das so super finden, dann kann ich das hier auch aushalten.

Ansonsten gibt es nicht viel spannendes, das nicht mit dem Projekt zu tun hat ... und den Projektblog versuche ich immer noch regelmässig nachzuführen, solange die Internetverbindung mitspielt. Jetzt mit diesem Wind ist es etwas schwierig, die Mobilfunkverbindung spinnt regelmässig, wir erhalten oft kein Signal. Ich hoffe euch gehts allen gut da draussen und ihr geniesst den Schweizer Sommer!


Alkoholvergiftung ... urgs (2. - 5. Juni)

Der Transkei hat mich wieder: ich rieche wieder wie ein Rauchwürstchen vom Kochen auf dem Feuer, meine Klamotten stehen wieder vor Dreck (die neuen Jeans hab ich hübsch weggepackt) und den mit der Maniküre kann ich mir wieder an den Hut stecken. Haach, Leben in der Wildniss.

Die Backpacker Konferenz war vielleicht was!!! Meine Güte diese Backpacker Besitzer sind alle Alkoholiker, das glaubt ihr mir nie, die haben so viel gesoffen (und ich mit ihnen) dass es schon fast peinlich ist. Am Montag Abend war ich in Eshowe im Zululand Backpackers bei Graham, der die Konferenz organisierte. Schon an diesem Abend haben wir ziemlich getrunken. Am Dienstag waren wir dann in St. Lucia, um bei den letzten Vorbereitungen zu helfen. Einige Gäste kamen auch schon einen Tag zu früh. Zu tun gab es nicht viel, also machten wir einen Ausflug in den National Park, sahen Kudus und sogar Nashörner, schwenkten den Hintern im warmen Meer (oberhalb von Durban ist das Meer viel wärmer als hier) und tranken viel, viel Bier. Am Abend war dann Party angesagt im BiBs (das Backpackers wo ich wohnte), und mein Zimmerfenster schaut direkt zur Bar. Na suuuper. Wir haben sicher bis 2 Uhr morgens getrunken und geplaudert - networking Leute, networking. Ich war als Vertreter von "The Guide to Southern Africa" an dieser Konferenz, also als Vertreter von Aidans Website und unserer einzigen Einkommensquelle, und meine Aufgabe war, so viele Backpackers wie möglich dazu zu überreden (sorry, überzeugen), sich bei uns anzumelden und Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Eine heikle Aufgabe, da wir eine Art Konkurrenz sind zur BSA, die die Konferenz abhielten ... ja henu. Ich dachte, wichtig ist vor allem, sehen und und gesehen werden, und ich lege einen Schwerpunkt auf gesehen werden. Die Leute müssen sich an mein Gesicht erinnern, und wenn das nächste Mal jemand "The Guide" erwähnt, müssen sie das mit mir in Verbindung bringen. Also: rein ins Partyleben. Eigentlich gar nicht mein Ding, aber es ist nun mal "part of the job" ... 

Am Mittwoch ging dann die Konferenz erst richtig los. Alles war super organisiert, alles Essen inklusive, und häufig auch Drinks. Bier gabs immer gratis, und oft schmiss jemand eine Runde, und auf der Bar wurden 20 Jägermeister ausgeschenkt und dann ringsherum verteilt. Die Reden an der Konferenz - tagsüber - waren ganz nett, aber die wichtigsten Anlässe waren immer die Dinners und die Partys hinterher. Ich stand in nichts zurück und habe gefestet wie seit Jahren nicht mehr, und meinen armen Körper mit Alkohol vergiftet bis zum geht-nicht-mehr. Am Morgen zum Frühstück haben sie Bloody Marys serviert, gegen den Hangover, und zum Nachmittagstee gabs Shots. Am letzten Abend gabs sowieso nur Shots, irgendjemand war immer mit einem Tablett voll Shots unterwegs, mit so anmachenden Namen wie "Orgasmus" oder "Hirnblutung". Hey, und ich habe sogar auf der Bartheke getanzt! Nein Jule das ist kein Witz, ich hab Fotos um es zu beweisen!!! ;-)

Am Samstag war noch mal ein gratis Safari angesagt, und ich war im letzen Auto, in dem alle völlig übernächtigten Leute hockten, die erst um 6 Uhr morgens zu Bett gegangen waren (nein nein ich nicht, ich hab mich um 1 Uhr in die Pfanne gehauen). Als endlich auch der hinterletzte noch halb betrunkene Toggel auf den Jeep geklettert war, ratet mal was die Jungs aus der Tasche zauberten: yep, Bier und noch mehr Bier, und zwei Flaschen Jägermeister ... und ich dachte nur noch, ach du meine Güte, hört denn das nie auf? Am Sonntag war ich im Bus zurück nach Hause, mit 7 anderen Leuten die an der Konferenz gewesen waren, und was ziehen sie aus der Tasche? Vodka ... diesmal hab ich aber dankend verzichtet. Ich bin froh, wieder in der Wildniss zu sein, und jetzt ist detox angesagt: 2 Monate kein Alkohol. Mindestens.

Das war mein Abenteuer in St. Lucia ... ein riesen Saufgelage. Super, gell Mami? Ich sag euch: einmal und nie wieder. Dieses ganze Socializing und Networking und das Gesaufe geht mir auf den Keks, es ist nicht meine Welt. Ich kann es tun, wenn ich muss, aber ich verzichte dankend, wenn ich kann. :-) Das nächste Mal kann Aidan wieder an die Konferenz gehen. :-) 


soooo viel zu tun ... sogar hier draussen im Niemandsland kann man Stress haben! (22. Mai)

Huuui ... seit ich regelmässig den Sobonana Blog update, schreibe ich hier nichts mehr! Und dabei hätte ich so viel Schreiben wollen ... die Wahrheit ist, ich wollte schon seit langem einen Eintrag mit dem Titel "Zeit haben" schreiben, und dann hatte ich einfach nie Zeit!!! Im Moment läuft so viel hier, die Tage fliegen nur so vorbei und wir sind völlig eingedeckt mit Arbeit. Die Quelle wieder zu "flicken" hat die meiste Zeit in Anspruch genommen in den letzten zwei Wochen ... und wir sind immer noch nicht fertig. Vor zwei Tagen haben wir sie ausgebuddelt und erweitert und vertieft, jetzt müssen wir warten dass sie sich wieder füllt, und dann müssen wir die mühsame Prozedur mit dem Schlauch füllen wieder wiederholen ... arrgh ... was tut man nicht alles für fliessend Wasser! Nebenbei arbeiten wir pausenlos an der Guide Website, und ich versuche auch noch, die Reparatur von meinem Auto zu organisieren ... vor zwei Tagen haben wir den Beetle endlich abgeschleppt, zum Mpame Store hoch, wo der Inhaber, Dave, versprochen hat, uns bei der Reparatur zur Hand zu gehen. Jetzt müssen wir nur noch Keenan von Tafalehash dazu bringen, den neuen Motor zu abzuliefern, und dann können wir loslegen ... schon mal einen Automotor ausgetauscht? Wird sicher spannend ...

Und: dann steht auch noch das BSA Meeting bevor ... BSA ist so eine Backpacker-Vereinigung von Südafrika, und wir sind ein Mitglied mit der Guide Website. Die haben nun Anfang Juni ihr jährliches Meeting, und da geht voll die Post ab, volles Programm sag ich euch, mit Bankett und Aktivitäten und Ausflügen und Unterhaltung ... und natürlich Reden und Workshops und Informationen, aber diese Meetings dienen hauptsächlich dem Zweck von Networking. (Sorry, brauche ich zu viele englische Wörter in meinen deutschen Beschreibungen?) Ein Ticket für dieses Meeting kostet 1500 Rand (150 Euro), was wir uns natürlich voll nicht leisten können, aber wir kennen Graham vom Zululand Backpackers, der den Event organisiert, und er hat mir einen Gratis-Pass besorgt und mich als Helfer engagiert. Eigentlich wollte er uns beide als Helfer einstellen, aber offenbar rümpfen da ein paar andere Mitglieder die Nase ... das BSA ist ein ziemlich hochnäsiger Verein. Jetzt muss ich alleine gehen, und ich habe doch keine Ahnung! Aidan ist derjenige, der die ganze Backpacker Industrie versteht und sich mit denen abgegeben hat für die letzten vier Jahre! Und jetzt soll ich als Vertreterin für den Guide dorthin gehen, und neue Mitglieder gewinnen für uns, und die Werbetrommel rühren ... büüüüh ... nicht mein bevorzugter Job, aber ich werde mein bestes geben. 

Ah übrigens, a propos Werbetrommel: ich werde ja von Anfang November bis Mitte Januar in der Schweiz sein, und ich dachte, ich könnte ein paar Spendensammel-Anlässe durchführen, in Form von Vorträgen mit Foto Präsentation, Eintritt gratis, wo ich über meine Reisen, mein Leben in Südafrika und, vor allem, über unser Projekt hier berichte, und dann steht am Ausgang ein Spendenkässeli und wer will, kann was reinwerfen. Hat irgend jemand Vorschläge/Anregungen, wie und wo ich solche Vorträge halten könnte, und weiss jemand von zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten? Ich dachte z.B. Gemeindesääle oder so, die man eventuell sogar gratis kriegen kann, für einen guten Zweck ... Mam, in Zollikofen wär das doch sicher möglich? Oder ich könnte auch Vorträge halten an Unis, wo ich dann mehr für Freiwillige als für Spenden werben würde ... irgendwelche guten Ratschläge von irgend jemandem? :-)

Ja also, ich weiss nicht ob ich nochmal einen Blogeintrag schreibe, bevor ich zurück ins Zululand fahre, wo die Backpacker Konferenz stattfindet ... (ich werde hier ca. in einer Woche losfahren müssen), ansonsten hört ihr nach dem Meeting, um den 10. Juni herum, wieder von mir ... 


Neuer Blog Online! (12. Mai)

Hey Leute, ich habe wie versprochen den neuen Projektblog aufgesetzt, hier ist der Link:

http://sobonana.blogspot.com/

Ich werde auch noch auf der Website einen Link zu diesem Blog setzen. Der erste Eintrag ist bereits online, der nächste folgt bald, und die Fotos ebenso! Wir hatten letzten Samstag wieder ein Dorfmeeting das nicht allzu gut lief, und ich wurde ein bisschen sauer und hab ihnen mal die Meinung gesagt, und heute sind fünf Leute mit Hacken und Schaufeln bei uns auf dem Hügel ... oha ... rummotzen hilft offenbar! Aber dazu mehr im Sobonana Blog ... im nächsten Eintrag. ;-) 


bis zu den Ellenbogen im Schlamm (7. Mai)

hey Leute, ich bin wieder zurück an der Wild Coast, und stecke bereits wieder bis zu den Knöcheln und rauf zu den Ellenbogen im Schlamm. Warum? Jaaaaah weil: die Erntezeit vorüber ist, und die Bauern die Zäune um ihre Maisfelder runtergerissen haben und die Kühe reinlassen, um alle Resten wegzufressen. Wir beziehen unser Trinkwasser von einer Quelle, die zwischen den Feldern liegt, und wir dachten, ah ist ja super, brauchen wir nicht einzuzäunen, hat ja keine Viecher hier ... Tja, falsch gedacht. Gestern kam plötzlich kein Wasser mehr aus unserem Schlauch, und so ging Aidan zur Quelle rüber um mal nachzusehen, und fand - ein Schlammloch. Eine ganze Herde Kühe ist mitten durch die Quelle getrampelt, hat alles Wasser weggesoffen, den Schlauch aus dem Teich gekickt, und alles zunichte getrampelt. Es sah aus wie nach einem Orkan, und, echt, nur noch Schlamm übrig. Arrrrgh. Kaum zurück zu Hause, und wieder mal kein Wasser. Seufz. Also haben wir die Ärmel hochgekrempelt und gesagt: stopp Kuh! Wir müssen einen Zaun bauen. Mit Rest-Draht, ein paar Pfählen und Ästen und grossen Steinen haben wir die ganze Quelle eingezäunt - notdürftig, aber immerhin. Den ganzen Nachmittag lang stapften und wühlten wir im Schlamm rum, und ich dachte, na wunderbar: genau so kriegt man tropical ulcers, diese gruusigen Wunden die sich tiefer und tiefer in die Haut uns ins Fleisch fressen und einfach nie heilen. Jaja, hatten wir alles schon, ihr solltet mal Aidans Füsse sehen! Wie auch immer, wir kriegten einen einigermassen standfesten Zaun hin, und heute gingen wir nachschauen, bereits fürchtend, dass die fiesten Kühe wieder alles niedergetrampelt haben. Die Viecher sind so zerstörerisch!! In unseren Garten sind sie auch eingebrochen, und haben die Baby Salate kaputt getrampelt und die Tomaten alle gefressen und ausgerissen. Aidan ist so sauer dass er ständig nur noch von Steak spricht ... Diese kurze Episode nur um euch mal wieder zu erzählen, was wir hier so den ganzen Tag lang treiben!!! Wir müssen jetzt dringend Stacheldraht kaufen, und auch Maschendraht, und mehr Pfosten, um endlich unsere Garten und auch die Quelle anständig einzuzäunen. Voila, dafür zum Beispiel werden Spendengelder eingesetzt!! Auch oben bei der Lodge sind wir daran einen neuen Zaun zu bauen. Und fürs Küchengebäude liegen die ersten Ziegel bereit. Nächste Woche kaufen wir Zement, und dann gehts los mit dem Bauen! 

   

dem Projekt hatten wir wieder ein paar Probleme, da der Dorfrat unsere Idee von einem Übersetzer plötzlich wieder ablehnte - sie wollen Rufus in diesem Posten, aber er ist einfach nicht der richtige Mann dafür. Aidan hat ihnen dann ein Ultimatum gesetzt und gesagt, so läuft das nicht, Leute. Wir brauchen diesen Übersetzer, oder wir können die ganze Sache auch gleich abbrechen. Jetzt haben sie noch bis Ende diese Woche Zeit, jemanden zu finden, und falls sie niemanden finden - kommt Lawrence zurück!!! Er war zu Besuch hier, während ich in Swaziland war, und Aidan hat ihm die ganze Geschichte erzählt, und er ist durchaus willig und bereit, hierher zu kommen und fürs Projekt zu arbeiten. Super, vielleicht kriegen wir also doch noch Lawrence als Projektmanager! Das wär ja der Hammer.

So, und nun, allerherzlichsten Dank den grosszügigen Spendern!! Während ich weg war, ist tatsächlich eine ansehliche Summe auf dem Spendenkonto eingetrudelt, und so können wir jetzt weitermachen mit dem Projekt. Punkt Nummer eins: den Landrover flicken lassen. Beim letzten Ziegel-Transport sind quasi die Vorderräder abgefallen - und jetzt haben wir gar kein Auto mehr, da mein Beetle auch immer noch flach liegt. (Ich sollte den Ersatz-Motor Ende diese Woche kriegen ...). Sobald der Landrover wieder fährt, können wir den Rest Ziegel holen, neue Pfosten, und Zement ... huff ... immer diese Tücken. :-) Ah und noch wegen den Spenden: ich habe extra nach monatlichen Mini-Beträgen gefragt, da uns das eine gewisse Stabilität verleihen wird - so können wir sicherstellen, dass uns nie die Nägel ausgehen. Wir haben ein paar grössere Spenden erhalten, und die werden dann wahrscheinlich für eine Pumpe und einen Wassertank eingesetzt ... müssen wir uns noch überlegen. Und den versprochenen wöchentlichen Projekt-Blog werde ich diese Woche einrichten, mit Fotos und allem, und dann auf unserer Website einen Link auf den Blog setzen. Dann sind alle Projekt-relevanten Informationen auf dem Projektblog zu finden, und dieser Blog hier ist nur mein persönliches Geschwafel.

   

Der Meditationskurs war übrigens genial, aber davon mehr im nächsten Eintrag, es wird schon wieder spät und mir fehlt langsam die Inspiration. :-) 

 


Meditationspause (16. April)

So, ich melde mich mal wieder ab für ne Weile - ich mache mich morgen auf den Weg nach Swaziland, wo ich einen Vipassana Meditationskurs besuchen werde. Wieder mal ein paar Tage Schweigen, ich freue mich darauf ... der letzte Vipassana Kurs war im März 2006 und es war etwas vom hartesten was ich je gemacht habe, man muss stuuuuuundenlang stillsitzen und meditieren und meine Rueckenschmerzen haben mich fast wahnsinnig gemacht, aber die Tortur muss es wert gewesen sein, immerhin gehe ich wieder zurück ... ;-) das heisst also, mindestens 2 Wochen lang keine News von mir.

Mit dem Projekt gehts jetzt vorwärts, wir haben am Montag Abend mit Rufus gesprochen und das Problem geklärt - offenbar gehören die Arbeitsstunden für die Leute automatisch mit dazu, wenn man Ziegel kauft - bloss hat uns das niemand gesagt. Also erklärten wir uns bereit, alles zu bezahlen, einfach nicht jetzt, weil wir nur gerade knapp genug Geld haben für die Ziegel. Morgen oder übermorgen werden Aidan und Johann mit dem Landrover ins Dorf fahren und die Ziegel abholen, und dann kanns mit Bauen losgehen! Und wenn ich zurück komme von meinem Meditationskurs, sollten bereits die ersten Grundmauern stehen ... 

Ich habe mir überlegt, wenn sich noch ein paar weitere grosszügige Leute finden würden, die einen monatlichen Beitrag an unser Projekt spenden, dann könnten wir jetzt so richtig loslegen!! Sagen wir mal, einen Dauerauftrag von 10 Franken im Monat, für ein Jahr. Das sind 120 Franken im Jahr, eine Lappalie für jeden Normalverdienenden Schweizer. Das sind vier Kafi pro Monat, ein Kafi pro Woche, und für uns würde das einen so riesigen Unterschied machen! Stellt euch nur mal vor, 10 Franken, das sind gut 80 Rand, davon kaufen wir 4 Säcke Nägel, das hämmert zwei Toilettenhäuschen und ein Hausdach zusammen! Das sind 8 Bündel Thatching (Stroh), das deckt ein kleines Hausdach! Das sind 13 Liter Benzin, das betreibt den Generator für 1 Woche! Also gebt euch einen Ruck und unterstützt eine gute Sache! Hey falls jemand auf diesen Spendenaufruf reagiert, dann verspreche ich, dass ich den Projekt-Blog zukünftig nachführen werde, in Deutsch und Englisch, und einmal pro Woche berichte was sich alles tut, was alles gebaut wurde, und Fotos hochladen! Na, ist das was? Und ich werde euch alle namentlich auf unserer Website erwähnen! Ja? Gut? Selbst 5 Franken im Monat machen einen Unterschied, das sind schon 2 Säcke Nägel, etc. etc. Im Moment haben wir drum echt das Problem, dass uns die Hände gebunden sind, weil uns die alltäglichen Baumaterialien fehlen. Wir haben seit drei Wochen keine Nägel mehr, kein Draht, keine Pfosten. Wir können keinen Zement kaufen, und keine Farbe. Wir können kaum die Lehmziegel bezahlen, und wir haben kein Geld mehr übrig für das Stroh, das das Dach decken wird. Wir haben kein Plastik mehr, zum Abdichten, und kein Benzin, um mit dem Landrover in die Stadt zu fahren und Material zu holen. Und jetzt wo wir endlich das Dorf wieder enthusiastisch hinter uns haben, ist es eine Schande, kein Baumaterial kaufen zu können ...

Hier nochmal die Spendenkonto Nummer:

IBAN: CH2709000000873135169   BIC: POFICHBEXXX
Swiss Post, Nordring 8, 3030 Bern

Und die Projektwebsite auf Deutsch: 
http://www.mpame.co.za/deutsch/index.htm

Ok, ich melde mich wieder Anfang Mai, euch allen eine gute Zeit, und vergesst nicht die Blog- oder Website Adresse an so viele Leute weiterzugeben wie möglich! ;-)


Erfolgreiches Dorf-Meeting (13. April)

Aaah, heute war ein erfolgreicher Tag. Als wir wie vereinbart um halb zehn bei Rufus Haus eintrafen, für das verabredete Dorfmeeting, war der Mister wieder mal nicht da - er musste unerwartet arbeiten heute, aber seine Nichte Nothando warte auf uns um die Sache mit den Ziegeln zu besprechen. Wir wollten ja heute die Lehmziegel, die die Dorfleute hergestellt hatten, bezahlen und dann so bald wie möglich abholen und mit Bauen beginnen. Aidan sagte, der Dorfrat hat die Namen von allen Familien, die Ziegel liefern, aufgeschrieben, und wieviel wir ihnen schulden. Aber Nothando kam mit einem anderen Buch an, mit einer neuen Liste, und da waren nicht nur die zu bezahlenden Ziegel drauf, sondern auch Arbeitsstunden von Helfern, die den Lehm gemischt hatten und so. Aidan protestierte und sagte, das war nicht Teil der Abmachung, und der Dorfrat sagte, doch, das war was wir besprochen hatten, und alle waren verwirrt. Gottseidank war - zufälligerweise - Rufus Enkelin Mila zu Besuch, und die sprach perfekt Englisch und konnte für uns übersetzen. Wir studierten also die Bücher zusammen -Mila, Nothando und ich - und ich staunte nicht schlecht. Nicht nur die Summe war falsch zusammengezählt, sondern auch andere Zahlen stimmten nicht oder machten schlichtweg keinen Sinn. Schliesslich schrieb ich die Liste ab und wir beschlossen, dass Aidan und ich heute Abend nach Bulungula gehen um mit Rufus zu reden und das Problem zu lösen. Aidan verdrehte die Augen und ich lachte und sagte, ja, soviel zu Rufus Übersetzungskünsten. Ah und das alte Buch, dort wo die vorherige Liste gewesen war, die, die Aidan selber gesehen hatte, also dieses Buch, böh, das hatten sie verloren. Mila grinste und meinte, ihr beide solltet besser auch Notizen von allem behalten, und wir sagten, ja aber das wäre eigentlich der Job vom Dorfrat ... soviel zum Thema Verantwortung.

Wie auch immer, der Dorfrat meinte, na wenn wir schon alle hier sind, halten wir doch gleich ein Meeting ab, und ob wir etwas vorzutragen hätten? Haben wir. Also trugen wir, diesmal vor dem versammelten Dorfrat und vielen Zuhörern, unsere Bitte vor, jemanden für das Projekt einzustellen, der fliessen Englisch und Xhosa spricht und fünf Tage die Woche mit uns arbeitet. Mila war Klasse. Sie liess Aidan zwei drei Sätze sprechen, übersetzte, liess ihn sprechen, übersetzte, zack-zack. Bei Rufus dauert das immer ewig, und wir müssen uns fünfmal wiederholen und die Sätze umformulieren, weil er nur die simpelste Ausdrucksweise versteht. Mila verstand alles sofort, ergriff Initiative und lieferte eine selbstbewusste Superdarstellung als Übersetzerin. Wir wollen Mila!! (Leider ist sie nicht scharf auf den Posten. Ich glaube das Dorfleben ist ihr zu lahm. Schade.) Der Dorfrat diskutierte unseren Vorschlag und stimmte uns zu, fügte noch ein paar Sachen an, und sie versprachen, Leute zu bringen, die für den Manager-Job in Frage kommen. Nächsten Montag werden wir wieder ein Meeting abhalten und dort werden dann ein paar Kandidaten zugegen sein, die wir interviewen können, und dann gemeinsam mit dem Dorfrat die Entscheidung treffen, wen wir einstellen. Na das sieht doch schon mal vielversprechend aus!! Mir ist es eigentlich wurscht, ob Lawrence kommt oder jemand anderes - auf die Qualitäten kommt es drauf an! Also ich bin ja gespannt was wir nächsten Montag antreffen. Und ich war erstaunt wie friedlich und freundlich und effizient das Meeting ablief mit Mila als Übersetzerin. Genau das ist es was wir brauchen! Ein Mann aus dem Dorfrat bat uns dann, unser Projekt nochmal genau zu erklären. Aidan und ich schmunzelten und waren froh, dass sie fragten - auch hier hatte Rufus nicht genau genug übersetzt, oder selber nicht genug begriffen. In klaren, knappen Sätzen trugen wir also der versammelten Bevölkerung vor, worum es eigentlich geht. Und am Ende des Meetings war die Stimmung echt gut, positiv, und die Leute waren wieder enthusiastisch, und ich habe das Gefühl, dass wir endlich einen entscheidenden Schritt vorwärts gemacht haben. :-)


Stolpersteine (9. April)

 

Es wird mal wieder Zeit für einen grundehrlichen Blogeintrag. Ich wollte hier eigentlich nichts negatives über unser Projekt schreiben, aber dann dachte ich, hey, das ist immerhin mein persönlicher Blog und nicht die Projektwebsite, also scheiss auf politische Korrektheit, ich muss jetzt mal ne Kanne voll loswerden.

Die Dorfbewohner gehen mir ja so auf den Senkel mit ihrer Vetterliwirtschaft!! Es ist kaum zu glauben. Man müsste doch meinen, die sollten froh sein dass wir hier sind und versuchen, was aufzuziehen, aber sie machen uns manchmal echt das Leben schwer. Also wir hatten ja die brilliante Idee, Lawrence ins Dorf zurückzuholen und quasi als Projektmanager einzustellen. Er ist einer von ihnen, hat aber gleichzeitig auch Stadterfahrung, spricht perfekt Englisch etc. etc. - siehe früheren Blogeintrag. Wie auch immer, wir sind ja hier nicht die Entscheidungsträger, sondern der Dorfrat. Also haben wir Rufus kontaktiert und ihm unseren Vorschlag vorgetragen. Er war stinkesauer. Er dachte, dass wir ihn ersetzen wollen, da er ja bisher das Bindeglied zwischen uns und dem Dorf ist, und der einzige, der einigermassen Englisch kann. Ich erklärte ihm lang und breit, dass das nicht der Fall ist, dass Lawrence nur die Exekutive wäre, und Rufus und der Dorfrat der Auftraggeber und Entscheidungsträger, und so weiter und so fort, und es gelang mir, ihn wieder zu beruhigen. Ich sagte, sprich du mit deinem Bruder oder andern Mitgliedern vom Dorfrat, und ich berate mich mit Aidan (ich war alleine zu dem Gespräch mit Rufus gegangen), und wir treffen uns am Montag wieder und diskutieren das aus. Am Montag waren Aidan und ich wie vereinbart um 12 Uhr bei Rufus Haus, aber von Rufus keine Spur. Gegen ein Uhr trudelten sein Bruder und zwei andere Mitglieder vom Dorfrat ein. Um zwei Uhr schickten sie einen Jungen los um Rufus zu suchen. Arrrgh. Einer unserer Punkte war gewesen, das alles immer so lange dauert und wir deswegen jemanden brauchen der rund um die Uhr an unserer Seite ist ... Eben. Also um halb drei kam der Mister endlich anspaziert, und schnauzte dann sein Dienstmädchen an weil wir in diesen zweieinhalb Stunden Wartezeit nicht mal Tee gekriegt haben. (Sehr witzig - es hatte nämlich weder Tee noch Milch im Haus, und auch kein Brot, also konnte uns das Dienstmädchen gar nichts servieren.) 

Endlich konnte das Meeting beginnen. Rufus hatte die Herren bereits eingeweiht in unseren Plan, und wir repetierten nochmal kurz warum wir Lawrence wollen und wozu das alles gut ist. Dann ging die Fragerei los: der älteste der vier alten Knochen wollte wissen, warum wir jemanden von Auswärts holen, und nicht aus dem Dorf. Wir sagten, weil hier keiner recht Englisch kann. Und dann gings los mit Zeugs wie, ihr hättet zuerst den Dorfrat kontaktieren sollen (tun wir ja gerade?) und ihr solltet nicht einfach jemanden von Aussen einladen ohne das mit dem Dorfrat zu besprechen (wir haben Lawrence noch nicht kontaktiert mit diesem Vorschlag) und warum kann Rufus nicht diese Rolle übernehmen? Ööööhm ... weil er ein fauler Kerl ist und unzuverlässig und immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht? Weil wir ihm nicht mehr trauen können? Weil wir glauben dass er nicht immer ganz korrekt übersetzt, und zwar bewusst? Aber das können wir alles nicht laut sagen. Also: weil wir jemanden junges brauchen, ein energetischer Typ, jemand der auch mit anpacken kann und hilf Häuser bauen und Teiche schaufeln und Steine schleppen, weil wir jemanden brauchen der 100% hier ist, und Rufus von Dienstag bis Freitag in Bulungula arbeitet. Aber das Credo war klar: Die Herren wollten Rufus für den Job, obwohl er - aus vielen Gründen! - dafür völlig ungeeignet ist. Als sie merkten dass das nicht drinliegt, sagten sie, sie werden jemand anderes finden. Lawrence wollen sie partout nicht, ich glaube, sie haben etwas gegen ihn, oder gegen seine Familie. Rufus sagte, sie können doch nicht einfach jemanden anstellen den sie nicht kennen und von dem sie nicht wissen wie er arbeitet oder ob er für den Job geeignet ist. Nicht kennen? Lawrence ist in diesem Dorf aufgewachsen! Und er ist ausserdem verwandt mit Rufus!! Der Sohn von seinem Cousin, wenn ich mich nicht irre. Oder von seinem Onkel. Wie auch immer. Als wir protestierten, meinte Rufus, ja aber ich habe den Jungen ja kaum gesehen, er hat gearbeitet nach der Schule. Ich lachte und dachte, na, das ist ja prima! Vielleicht sind sie deswegen so neidisch: weil da einer ist, der was tut und was kann, und was erreicht hat? Und ich konterte dann und sagte, ja aber wenn ihr jemanden anstellt, den IHR kennt, aber WIR nicht, und der dann rund um die Uhr mit UNS arbeitet, dann können wir der Person ja ebenfalls nicht trauen ...?? Aber eben. Schliesslich mussten wir klein beigeben und sagten, ok, bitte bringt vor den Dorfrat, dass wir jemanden brauchen der 100% für das Projekt arbeitet, und der perfekt Englisch kann. Und jetzt ... warten wir. Nächsten Montag ist wieder ein Meeting, aber ich bin sicher, bis dahin haben sie noch niemanden gefunden und noch nicht einmal das Dorf informiert oder ein Dorfrat-Meeting abgehalten. Wahrscheinlich wird das dann am Montag mal diskutiert, und dann vielleicht eine Woche später nochmal. Es wird hier so viel geredet, und so wenig getan, es ist echt zum Haare raufen. Das Projekt sollte für ALLE sein, für die ganze Dorfbevölkerung, und nicht hauptsächlich für Rufus und seinen Clan. Ich bin sicher, sie werden irgend einen Verwandten von Rufus für den Posten vorschlagen. Wir werden sehen. Und sonst bestehen wir halt einfach auf Lawrence! Ach, das wäre einfach ZU perfekt gewesen.

Tja jetzt seht ihr mal womit wir uns da täglich rumschlagen. Ich habe das Gefühl, dass das Dorf nicht ganz hinter uns steht, oder vielleicht ist es nur Rufus, der zwischen uns steht und den Weg blokiert, und wir können nicht direkt zu den Dörflern gelangen, weil wir kein Xhosa sprechen und sie kein Englisch. Sechs Monate sind wir schon hier und ich spreche noch immer nicht mehr als ein paar vereinzelte Sätze, weil wir ausserhalb vom Dorf wohnen, und weil es schwierig ist, eine so fremde Sprache zu lernen, wenn einem niemand Grammatik oder Regeln erklären kann. Und somit ist und bleibt die einzige Kontaktperson Rufus, der uns - nicht zum ersten Mal, muss ich sagen - in den Rücken fällt. Am Ende vom Gespräch waren die Herren dann ganz lieb und haben uns hübsch eingesalbt und gesagt, wir sind so froh dass ihr da seid und dieses Projekt aufzieht, weil ihr wisst wie man das macht und wir nicht, ihr wisst was am Besten ist und wann was getan werden muss, ihr seht all diese Dinge und wir nicht, und danke danke dass ihr da sein. Ich hätte beinahe laut gelacht und gesagt, ihr Dösel, ja wir sehen ganz genau was hier gebraucht wird, wir brauchen Lawrence! Aber eben. Politische Korrektheit und so weiter. Und wir nickten und lächelten. (just wave and smile boys, waaave and smiiiile ...)

Seit drei Tagen sind zwei Jungs aus Cape Town hier, Roland und Adrian, kaum 20 Jahre jung, die wir in Bulungula aufgelesen haben. Sie schlafen auf dem Hügel, in unserem eingezaeunten Sitzplatz, unter dem Sternenhimmel, und helfen uns ein bisschen beim Schaufeln und graben und bauen. Es tut gut, kräftige Männer hier zu haben!! Plötzlich wird mal wieder was getan, das ist super. Aidan liegt leider immer noch flach, sein Zustand war übers Wochenende besser, aber dann hat das Fieber wieder eingesetzt, und wenn es morgen immer noch nicht besser wird, dann müssen wir ihn wieder ins Spital schleppen, wahrscheinlich gefesselt und geknebelt, damit sie rausfinden können was los ist. Ich nehme an, irgend eine Infektion, so was ähnliches wie ich im Januar hatte (Niereninfektion). Also da Aidan den ganzen Tag im Bett verbringt, fällt es mir zu, die Jungs rumzudirigieren, und sie haben den Teich weiter ausgehoben, das Fundament für die Wände von der ersten Hütte ausgehoben, den Duschenboden aufgefüllt mit Erde, Wasser geschleppt, und Gras geschnitten dass es eine wahre Freude ist. Wenn wir, sagen wir mal, zehn Leute hier hätten, für eine Woche, dann könnten wir glatt zwei Hütten aus dem Boden stampfen! 

So, das war jetzt ein langer Eintrag ... nach dem Meeting am Montag erzähl ich euch dann, wie es mit der Rufus-Lawrence Geschichte weiter ging. Einer der Jungs, Roland, hat heute gesagt, "es ist schon krass, was ihr alles für Stolpersteine im Weg habt. Nicht nur dass es eine Herausforderung ist, in einem Baumhaus in der Wildniss draussen zu leben, ohne anständige Läden in der Nähe, wo Nahrungsbeschaffung ein ziemlicher Krampf ist, aber dann noch das Theater mit den Dörflern, die Sprachbarriere, die Unsicherheiten, die finanziellen Probleme ... dass ihr das aushaltet!! Ich hätte die Kraft und den Willen nicht, so etwas durchzuziehen, und ich finde es echt bewundernswert." Hm. Ja das tut gut, das ab und zu mal zu hören ... :-) das gibt einem dann auch wieder den Mut, noch eine Weile weiter durchzuhalten. 

 


Herzlichen Dank den Spendern! (2. April)

Liebe Renate und Peter, Liebe Ida und Rene, allerherzlichsten Dank für euer grosszügiges Angebot! Wenn sich noch zwei, drei weitere solche Spender oder Unterstützer finden, dann haben wir den Monatslohn von Lawrence bald beisammen, und dann gehts hier rund!!

Im Momen läuft gerade nicht sehr viel, da Aidan mit Grippe und ziemlich hohem Fieber im Bett liegt, und ich ... hui, ich habe heute beim Versuch ein Feuer (zum Tee kochen) zu machen beinahe das Baumhaus abgefackelt! Leute, versucht nie ein Feuer mit Benzin anzuzünden - äusserst dumme Idee. Und jetzt habe ich drei einbandagierte Finger und das Tippen fällt mir ziemlich schwer. Morgen wird wohl nix mit Waschtag ... Aidan und ich haben uns einen Zeitplan aufgestellt und die Tage benennt, also Waschtag (Klamotten und Bettzeug waschen), Bautag (alles was mit Bau zusammenhängt, inklusive Materialbeschaffung), Thatching-Tag (das Stroh um die Dächer zu decken schneiden, auslegen zum Trocknen, zur Lodge schleppen, Zäune und Dächer damit decken ...), Wassertag (Dämme buddeln, Wassertonnen auffüllen, Plastikrohre auslegen etc.), Garten-Tag (jäten, neue Gemüsebeete erstellen, ein Treibhaus bauen, Pflanzen umtopfen, Garten giessen) und so weiter und so fort. So bringen wir ein bisschen Struktur in unsere Tage und schauen, dass es mit dem Projekt vorangeht. Tja ausser eben wir sind aus verschiedenen Gründen lahmgelegt: Mangel an finanziellen Mitteln (wir haben kein Baumaterial mehr, also keine Nägel, keine Pfosten etc.) oder Mangel an Gesundheit!! Also drückt uns schön die Daumen dass wir bald wieder gesund sind geheilt sind. ;-)

Ich schreibe wieder mehr wenn meine Finger nicht mehr so schmerzen ...


Mpame Website auf Deutsch! (30. März)

Hallo liebe Leser, die Mpame Website über unser Projekt ist jetzt vollständig auf Deutsch übersetzt, schaut mal rein!

http://www.mpame.co.za/deutsch/index.htm


Spendenaufruf für Lawrence! Wir brauchen Lawrence! (22. März)

Seit Freitag sind wir nun zurück in Manzamnyama Village, und schon regnet es Probleme von allen Seiten. Aaaah, die Tücken und das Verzücken des ländlichen Lebens. Wie wir ankommen informiert und Johann, dass der Landrover wieder einen Platten hat – die Kids hatten wieder mit den Reifen rumgespielt. Das letzte Mal, als das passierte, haben wir den Ersatzreifen montiert – der dann prompt ein Tag später auch platt war. Ok, also Reifen in den Beetle laden, zum Mpame Shop rauf fahren, vom netten Typ dort aufpumpen lassen, wieder ins Dorf fahren, Reifen wieder montieren. Schön und gut, nur diesmal haben wir ein Problem: der Beetle ist kaputt, der Motor hat einfach ausgesetzt und bewegt sich keinen Millimeter mehr. Und im Dorf hat sonst niemand ein Auto – oder zumindest niemand mit dem wir bekannt sind – und eine Pumpe hat natürlich auch keiner. Und in Bulungula können sie uns auch nicht helfen, weil deren Pumpe im Auto steckt, das zur Zeit in East London zur Reparatur ist. Arrrgh na toll, kaum zurück nach Hause stecken wir schon fest, und zwar völlig. Aber Dave von Bulungula sagte, dass er sich eine zweite Pumpe kauft, weil sie auch eine brauchen, und ich sagte, super, bring uns auch eine mit. Damit sollte das Problem in Zukunft einfacher gelöst werden können ... und wir können den Landrover wieder zum Rollen bringen, den wir brauchen um zum Shop zu fahren und Benzin zu kaufen, das wir brauchen um den Generator zu betreiben, den wir brauchen um den Laptop zu betreiben, den wir brauchen um an unserer Website zu arbeiten, die wir brauchen um Geld zu verdienen. So! :-)

Und jetzt habe ich noch ein ganz anderes Anliegen. Unser Projekt ist ein bisschen lahmgelegt, da uns nicht nur Finanzspritzen fehlen, sondern vor allem ein Mittelsmann im Dorf, jemand der zwischen uns und der Dorfbevölkerung vermittelt, übersetzt, erklärt, verbindet. Wie bereits mal erwähnt wandern alle fähigen jungen Leute, die Englisch sprechen, in die Städte ab auf der Suche nach Jobs, um ihre Familien durchzubringen. Einer dieser jungen Leute ist Lawrence, ein quirliger, intelligenter Typ um die Dreissig, der in Pretoria als Sicherheitsbeamter arbeitet. Er war über Weihnachten zu Besuch von seiner Familie und begeistert von unserem Projekt – er würde liebend gern hier im Dorf bei seiner Familie, bei seiner Frau und Kindern bleiben, wenn er irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Das Ziel von unserem Projekt ist, ein Mikro-Wirtschaftssystem aufzubauen, das genau das erlaubt. Lawrence würde sofort zurück ins Dorf kommen und voller Enthusiasmus für das Projekt arbeiten, wenn wir ihm einen monatlichen Lohn von 1500 Rand (ca. 150 Euro) bezahlen könnten – das würde reichen, um seine Familie durchzubringen. Ein Mittelsmann wie Lawrence würde den Fortschritt vom Projekt unglaublich vorantreiben und uns so viele Vorteile bieten, dass ich gar nicht weiss wo anfangen mit aufzählen.

Also Leute – das hier ist ein ganz gezielter Spendenaufruf, um einen Monatslohn von 150 Euro für ein Jahr für Lawrence zu garantieren! Lawrences Aufgabe im Projekt wäre:

- Übersetzer zwischen uns und der Dorfbevölkerung
- Brücke zwischen den Kulturen
- Aidan und mir Xhosa beibringen
- Der Dorfbevölkerung den Sinn und Zweck vom Projekt erklären und sie zur Mithilfe anspornen
- Fähige Kids rekrutieren die für spätere Jobs in der Volunteer Lodge in Frage kommen
- etc. etc. ...

Das Projekt soll zu 100% der Dorfbevölkerung gehören – und von der Dorfbevölkerung geführt werden! Lawrence ist ein junger Mann mit Initiative. Wie sollen wir einem Haufen alter Männer, vollbeschäftigter Hausfrauen und Kinder, die alle kaum Englisch sprechen, in absehbarer Zeit beibringen wie man ein Business führt? Finanzplan und Buchhaltung und all das inklusive? Ohne fähige junge Leute wie Lawrence wird das eeeewig dauern. Lawrence wohnt und arbeitet in Pretoria, kennt das Stadtleben und die westliche Lebensart, und er wäre das ideale Gesicht um für unsere Kampagne herzuhalten – ein Projekt das zu 100% von Xhosa Dorfleuten geführt wird. Es ist EINE Sache, wenn Aidan grosse Reden über das Leben der Xhosa schwingt, aber eine ganz ANDERE Sache, wenn Lawrence diese Position übernimmt: er würde unserem Anliegen so viel mehr Gewicht verleihen.

Hier ist ein Flyer zum Projekt: Flyer zu Mpame Community Building Projects

Und weitere Informationen finden Ihr auf der Website (yep, jetzt auch auf Deutsch!): www.mpame.co.za


im Bus ... zurück in den Transkei (19. März)

Wir lassen die westliche Welt wieder hinter uns. Der BazBus bringt uns Kilometer um Kilometer der Wild Coast entgegen. Die Strassen werden enger, sobald man die Grenze von Western Cape zu Eastern Cape überquert, und holpriger und löchriger, und die Menschen dunkler. Bald sind wir wieder in “schwarzen” Städten, wo man als Weisser heraussticht. Aaah, Afrika. Wenn einem dieser Kontinent einmal festhält, lässt er nie mehr los.

Die letzte Woche haben wir in Natures Valley und in Jeffreys Bay verbracht. Es war schön, Jenny und Earle wiederzusehen, und das Wild Spirit Backpackers in voller Blüte. Als ich dort war, war es so still, so ruhig, und eine dicke Staubschicht schien auf der ganzen Farm zu liegen. In den fünf Monaten wo ich weg war, hat Craig das Backpackers wieder auf Vordermann gebracht. Überall,, waren neue Schilder, überall standen Blumenvasen, und der ganze Ort schien so lebendig, so lachend, dass es eine wahre Freude war.

In Jeffreys Bay verbrachten wir drei Tage im Backpackers Ubuntu. Ich muss sagen, die Backpackers in Südafrika sind einafch der Hammer. Viele haben ihren ganz eigenen Stil und Charme, und mache haben direkt Hotel-Standard mit Frottiertüchern in den Zimmern und Frühstück inklusive. Und Aidan kennt sie alle, die Besitzer und Angestellten, und so sind wir überall willkommen und bezahlen selten für die Unterkunft. Hi hi ... so ist Reisen sehr angenehm!! Wir haben extrem viel an Aidans Reisewebsite gearbeitet in letzter Zeit; ich bin dabei alles ein bisschen umzugestalten und zu updaten und auf Deutsch zu übersetzen. Die Website heisst The Guide to Southern Africa, www.theguide.org.za, und ist momentan unsere einzige Einkommensquelle: Die Backpackers bezahlen für ihre Mitgliedschaft und kriegen dafür Platz für Werbung und spezial Angebote für Internet-Dienste oder Übersetzungen von Websites und so. Wenn wir die Südafrikanische Seite aufgemotzt und online haben, wollen wir den Guide auf Europa ausweiten ... Tja und ich bin nun wirklich die Administration geworden. Ich glaube wenn wir zurück sind in Manzamnyama Village wird Aidan sich voll auf das Projekt konzentrieren, während ich mich auf die Websites konzentriere. So langsam finde ich meinen Platz und meine Rolle hier.

Heute Abend sind wir zurück in Bulungula, und morgen wandern wir dann – schwer beladen mit all unsern Einkäufen und Materialien – zurück ins Dorf, zu unserem Baumhaus. Ich hoffe der Katze geht es gut!!!! Und meinem Garten, und meinen Zitronenbäumchen. Es tat gut, eine Weile raus zu kommen aus dem Dorf. Wir wollten zwei Wochen weg sein und waren nun praktisch einen Monat weg – krass, wie die Zeit wieder mal fliegt. Es tat gut, wieder neue Ideen und neue Motivation zu tanken. Nach so langer Zeit im Transkei kriegt man wie Scheuklappen, man sieht plötzlich kaum mehr über die eigene Nasenspitze hinaus. Das Weltbild wird irgendwie eng, man verliert die Übersicht, den Blick fürs grosse Ganze, den Fokus. Man ist so beschäftigt mit den täglichen notwendigen Verrichtungen, dassn einem der Weitblick abhanden kommt. Ich fange an zu begreifen, warum das Denkvermögen der Dörfler so begrenzt ist, warum sie nich vorausplanen können, warum sie nicht auf ein weit in der Zukunft liegendes Ziel hinarbeiten können. Das tägliche Leben – oder sollte ich sagen Über-Leben? - verlangt einem so viel ab, dass nicht viel Kapazität bleibt für anderes. Nun – wir wissen es jetzt, und das nächste Mal werden wir nicht fünf oder sechs Monate warten, bis wir wieder eine Pause einschalten, um den Kopf zu lüften und den grauen Hirnzellen wieder etwas mehr Denkrfreiheit zu geben.


Weekend auf der Weinfarm (9. Maerz)

Jetzt sind wir schon zwei Wochen in Cape Town ... die Zeit fliegt wieder mal nur so dahin. Es war fast durchgehend sonnig und warm, was sag ich da, heiss, und das bot uns eine angenehme Abwechslung zum feuchten Klima an der Wild Coast, wo uns alle Klamotten im Schrank hinterlistig vor sich hin grauen. Was fuer ein herrliches Gefuhel, mal wieder alles trocken zu haben, und ohne moderigen Geruch! ;-)

Die ganzen zwei Wochen waren wir in Kim's Backpackers, und nebst Kim habe ich auch andere Freunde (naja hauptsaechlich Ex-Freundinnen, wenn man's genau nimmt) von Aidan kennengelernt. Das letzte Wochenende haben wir auf der Weinfarm von Kim's Eltern verbracht. (Und wieder einmal festgestellt wie klein Cape Town ist, weil am Sonntag kamen noch gute Freunde von Kim's Eltern helfen, und zu meiner Ueberraschung waren dies Cat's Onkel und Tante ...) Freitag Abend fuhren Kim & Micha, Emma, Aidan & ich, und Cornelia raus zur Farm in Tulbagh. Am Samstag holten sie uns um 6 Uhr aus den Federn, damit wir in den Reben sind bevor uns die Sonne das Hirn verbrutzelt. Aidan fuhr den Traktor mit den 3 grossen Containern, und wir schnippelten froehlich Trauben von den Reben und fuellten Kuebel um Kuebel, bis die Container voll waren. Dann tuckerten wir durch die Reben hoch und was erwartet uns oben? Eine Zwetschgenbaum-Plantage, voller reifer Zwetschen! Schnell Mund und Taschen vollstopfen, und dann zurueck zum Haus, weil die Mittagshitze schon langsam drueckend wird ... Kim's Mutter, Dagmar, hat uns einen echt originalen Coq'au vin nach franzoesischem Rezept zubereitet, und nach der Schlemmerei brauchten alle einen Mittagsschlaf. Anschliessen gingen wir zur Halle runter wo wir in muehsamer Kleinarbeit die Trauben von den Staemmen pickten und sie in einen neuen Container warfen, und dann wurden Fuesse gewaschen und die Stampferei ging los. Es war echt lustig, alles war voller Traubensaft, Haende, Fuesse, Gesicht, Klamotten, alles klebt. Nach getaner Arbeit sprangen wir in voller Montur direkt in den Swimming Pool ... Cornelia musste schon am Samstag Mittag zurueck nach Cape Town, und Kim und Mischa verliessen uns am Abend. Am Sonntag waren von der Jungmannschaft nur noch Aidan, Emma und ich uebrig ... und wieder um sechs Uhr aus den Federn, und zurueck aufs Feld, weil wir dummerweise am Samstag eine Reihe Shiraz abgelesen hatten anstatt Merlot ... ;-) also ganze Prozedur nochmal von vorne. Aber da wir nur einen Container fuellen mussten, waren wir nach kaum zwei Stunden wieder zurueck auf der Farm, wo die Maenner ein richtig Englisches Fruehstueck auftischten, waehrend die Frauen Trauben von den Staemmen pickten. Der Saft vom Samstag war bereits fermentiert und es roch durchdringend nach Wein in der Fabrikhalle.

   

Das ganze Wochenende fuehlte sich an wie Abenteuerferien: wir wohnten in einem rieeesen Haus, jedes Doppelzimmer hatte Klo und Dusche, wir schlugen uns die Baeuche voll mit Grilladen, getrockneten Zwetschen (die Kiloweise auf den Feldern oder in der Fabrikhalle herumlagen), Wein, Wein und nochmals Wein, Lachsbroetchen, Coq'au vin, Speck und Spiegeleier, Kaeseplatte ... soll ich noch weiter aufzaehlen? Und wann immer es zu warm wurde plantschten wir im Swimming Pool rum oder schwammen im Teich. Richtig luxurioes, einfach herrlich. Tja und nun machen wir uns wieder auf den Weg zurueck an die Wild Coast. Viel viel Arbeit erwartet uns dort ...

Fotos vom Wochenende auf der Weinfarm findet ihr auf meinem Facebook:

http://www.facebook.com/album.php?aid=64258&id=661258389&l=87ef5


Kopfueber in die Modernitaet (25. Februar)

Wir sind wieder in der Zivilisation. Nach fuenf Monaten Abgeschiedenheit und Leben im Robinson Crusoe Baumhaus und Tee kochen auf dem Feuer sind wir nun wieder in der modernen Welt gestrandet - Cape Town. Wir wohnen mitten in der Stadt in einem super coolen Backpackers das von einer Freundin von Aidan gefuehrt wird, und huuuuff Leute so viel Laerm. So viele Toggel die irgendwo rumlungern und jeder redet lauter als der andere und der Laermpegel steigt und steigt, bis ich fluechten muss und einen ruhigeren Raum suchen. Tagsueber ist es ok, da sind alle ausgeflogen, aber am Abend geht ziemlich die Post ab, und es wird wohl ein paar Tage dauern bis ich mich wieder an den Trubel gewoehne.

Die Busfahrt war laaaaang, wir haben den BazBus genommen, der ueberall anhaelt, ein Tuer-zu-Tuer Bus der von Backpackers zu Backpackers tuckert. Am Montag um neun fuhren wir in Bulungula los, mit dem Shuttle ueber die furchtbare Holperstrasse nach Mthata. Von dort um halb drei mit dem BazBus bis nach Port Elizabeth, Ankunft halb zwoelf Uhr nachts ... Dienstag Morgen um sieben war der BazBus wieder an der Tuer, und weiter gings nach Cape Town, Ankunft 9 Uhr abends, mit drei kurzen Essenspausen unterwegs. Und dann war das Backpackers prompt ausgebucht und wir verbrachten die erste nach bei Kimmi auf dem Sofa - aber dafuer haben wir heute ein Doppelzimmer bekommen, nicht Dorm, und haben unsere Ruhe. Oh, und es hat eine Waschmaschine, in die ich natuerlich gleich all unsere Klamotten gesteckt habe, wir wollen ja morgen praesentabel sein, und Strom und Fernseher und Internet und Elektroherd und all so fancy Zeug. ;-)

Als wir gegen acht Uhr abends ueber den Huegel kamen wo man den ersten Blick auf Cape Town werfen kann, sagte der Busfahrer, ok jetzt dann gleich zu eurer Linken ... und nach der Kurve, aaaah! Ein Lichtermeer so weit das Auge reicht, und darueber leuchtet majestaetisch der Himmel von Rot ueber Orange, Gelb, Gruen, zu Blau und Schwarz ... fantastisch. Und dann drehten alle Koepfe nach rechts, und aaaah ...! Der Berg stand in Flammen. Nein, das ist nicht metaphorisch gemeint, sondern ganz echt: Der Berg brannte. Offenbar wueteten seit ein paar Tage die Waldbraende in den Huegeln rings um Cape Town, und wir starrten alle fasziniert in die schwarze Nacht herueber, aus der die Flammen zuengelten - von weitem sah es aus wie wenn ein Lavastrom den Berg herunterkriechen wuerde. Schaurig schoen.

Unser Programm in Cape Town ist gedraengt: morgen ist das BSA Meeting (Backpackers Association oder so), am Freitag eine Party in einem Backpackers, am Samstag die grosse BazBus Party, wegen der wir eigentlich gekommen sind, und am Sonntag duerfen wir dann wieder ausspannen. Es ist komisch, ich habe mich richig gefreut auf diesen Ausflug nach Cape Town - nicht weil ich eine Pause von der Wildnis brauche, sondern weil wir hier was zu tun haben. Wenn ich hier waere nur um mich zu amuesieren, faende ich es wahrscheinlich schrecklich, und haette an jeder Party das Gefuehl dass ich nicht hinein passe oder dass die Leute alle doof sind und dass das einfach nicht meine Welt ist. Aber jetzt sind wir hier um ueber unser Projekt zu reden, andere Backpackers darauf aufmerksam zu machen, Werbetrommel ruehren ... und gleichzeitig Aidans Travel-Website promoten, the Gudie to Southern Africa, wo er alle Backpackers vereinen will. Das ist unsere einzige Einkommensquelle im Moment und so wollen wir fuer mehr Mitglieder werben und unsere Services anbieten, wie z.B. eine Website auf Deutsch uebersetzen und so ... Ja, und irgendwie bin ich in letzter Zeit total motiviert, jetzt wo ich endlich anfange durchzublicken mit dem Projekt ebenso wie mit der Website (The Guide) faengt es an mir richtig Spass zu machen. Ich freue mich darauf, mich unter die Leute zu mischen und auf Sympathienfang zu gehen.

Wir bleiben wahrscheinlich eine Woche in Cape Town und dann langsam wieder gegen die Wild Coast rauf, aber diesmal Marketing-Trip maessig, ueberall anhalten, alle Backpackers besuchen, unsere Poster aufhaengen, den Leuten The Guide andrehen, etc. etc. Das alles ist neu fuer mich und ich freue mich fuer die Herausforderung. Ja und den Rest der Zeit verbringe ich mit dem Laptop auf dem Schoss ... die Websites updaten und Daten eintoeggelen. Aidan ist das kreative Genie und ich bin das Backoffice und erledige alle langweilige Sekretaerinnenarbeit. Passt wunderbar. :-)


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